Dieser Artikel entstammt der Webseite der Hochschule Esslingen:
Im Rahmen des NwT-Unterrichts (Naturwissenschaft und Technik) der 10. Klasse des Christoph-Schrempf-Gymnasiums Besigheim, besuchten 43 Schülerinnen und Schüler, begleitet von ihren Lehrern Herrn Weise, Herrn Rothe und Herrn Hänsgen die Hochschule Esslingen. Ziel des Besuchs war es, die im Unterricht behandelten Themen der Werkstoffkunde durch praktische Experimente und anschauliche Demonstrationen zu vertiefen.
Im Unterricht beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler unter anderem mit dem Spannungs-Dehnungs-Diagramm, mit der Härte verschiedener Werkstoffe und lernten die sogenannte Wöhlerlinie kennen. Da praktische Versuche in der Schule nur eingeschränkt möglich sind und häufig nur durch Videos veranschaulicht werden können, bot der Besuch an der Hochschule eine gute Gelegenheit, diese Inhalte in der Praxis zu erleben.
Lernen, selbst machen, staunen
Drei Tage lang hatten die Gäste aus Besigheim die Möglichkeit, in die Labore der Fakultät Maschinen und Systeme reinzuschauen und wertvolle Erfahrungen zu sammeln. Nach der Begrüßung durch Prof. Dr.-Ing. Steffen Greuling, wurden die Schüler:innen in Gruppen aufgeteilt. Im Dynamiklabor folgte eine Einführung in die Erstellung von Wöhlerlinien. Prof. Greuling und Dipl.-Ing. (FH) Udo Merk stellten verschiedene Schwingprüfmaschinen vor und erklärten deren Funktionsweise. Die Maschinen waren teilweise mit Proben aus der Industrie ausgestattet, wodurch unterschiedliche Anwendungsmöglichkeiten sichtbar wurden. Eine Probe wurde so lange belastet, bis ein Anriss beziehungsweise ein vollständiger Durchriss entstand. Diese beschädigte Probe durften die Schüler:innen anschließend als Anschauungsobjekt für den Unterricht mit nach Besigheim nehmen.
Im Bereich der Statik führten die Laboringenieure Elmar Schuch, B.Sc. und Udo Merk Zugversuche an verschiedenen Werkstoffen durch. Dabei konnten die Schüler:innen beobachten, wie sich Materialien unter Belastung verhalten. Zusätzlich wurden Kerbschlagbiegeversuche durchgeführt, sowohl bei Raumtemperatur als auch unter gekühlten Bedingungen. Diese Versuche zeigten anschaulich, wie sich die Eigenschaften von Materialien unter unterschiedlichen Temperaturbedingungen verändern können.
Begeisterung für Werkstoffe und Materialeigenschaften
Ein weiterer Programmpunkt fand im Bereich der Materialographie statt. Dipl.-Ing. (FH) Simone Döll-Eberhardinger erläuterte hier zunächst verschiedene Methoden zur Untersuchung von Werkstoffen, unter anderem anhand eines Oberschenkelimplantats. Außerdem wurde eine Spektralanalyse durchgeführt, mit der die chemische Zusammensetzung eines Stahlprobekörpers bestimmt werden konnte. Die Schülerinnen und Schüler hatten auch die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden und Härtewerte von Stahlwerkstoffen zu bestimmen. Zusätzlich konnten sie metallische Gefüge unter dem Mikroskop betrachten, die über eine Bildwand für alle Teilnehmenden anschaulich dargestellt wurden.
Der gesamte Besuch dauerte an jedem der Tage etwa drei Stunden und bot den Schülerinnen und Schülern viele interessante Einblicke in die praktische Werkstoffprüfung und Materialanalyse. Durch die Kombination aus theoretischen Erklärungen und praktischen Demonstrationen konnten die Inhalte des Unterrichts besser verstanden und vertieft werden. Der Besuch an der Hochschule Esslingen stellte somit eine wertvolle Ergänzung zum schulischen Unterricht dar.

